Die Blasmusik in Konzenberg

 

Die erste Blaskapelle, die urkundlich erwähnt und bildlich belegt werden kann, entstand um das Jahr 1898. Lehrer Saule, der an der Konzenberger Schule unterrichtete, gründete sie und war auch ihr Dirigent. Von ihm erlernten die Musikanten erstmals das Spielen nach Noten.

Am 1. Juli 1900 quittierte Lehrer Saule den Schuldienst und verließ Konzenberg. Auf diese wenigen Angaben beschränken sich die Aufzeichnungen.

 

Die erste Blaskapelle:

 

Von links stehend: Gruber Oswald, Högel Jusef, Seibold Johann, Schedel Alois,
Leherer Saule (Dirigent), Klein Alois sen., Gah Engelbert, Rau Al., Weindl.
von links sitzend: Rau Leonhard, Holzinger Georg, Klein Anton, unbekannt
von links liegend: Klein Alois jun, Meitinger Egidius.

 

 

Es wird angenommen, dass es schon vor dieser Zeit musikalische Aktivitäten gab, die wohl mündlich überliefert aber nicht zu belegen sind.

Berichtet wird zudem von einem Lehrer Haug (1903), der sich dem Gesang und der Musik besonders annahm. Dessen Augenmerk galt hauptsächlich der Kirchenmusik.

Über den Fortbestand der Kapelle und deren Geschick im 1.Weltkrieg, bis zu den 20er Jahren gibt es keine weiteren Ausführungen.

Erst im Jahr 1930 erscheint wieder eine elfköpfige Kapelle unter Dirigent Alois Rau in den Annalen.

 

Musikkapelle unter Dirigent Rau:

 

von links stehend: Schuster Fridolin, Schuster Georg, Weishaupt Josef, Rau Josef, Rau Johann, Götz Georg
von links sitzend: Högel Josef jun., Högel Josef sen., Rau Alois, Klein Alois, Zörle Josef

 

 

1933 übernahm dann Georg Schuster den Taktstock und es begann, einfach ausgedrückt, eine "Ära Schuster"; denn mehr als 50 Jahre lang führte Georg Schuster die Kapelle durch gute und schlechte Zeiten. Schuster war immer um Musikernachwuchs bemüht, um die Zukunft "seiner" Kapelle zu sichern.

 

von links sitzend: Schuster Fridolin, Schuster Georg, Götz Georg, Rau Josef
von links stehend: Mengele Georg, Seeleuther Josef, Hins Johann, Weishaupt Josef, Klein Alois,
 Holzinger Georg, Müller Hans.

 

 

Die Musikkapelle 1950
Die Musikkapelle 1956

1961 kleidete sich die Kapelle in eine neue Uniform
unverkennbar der militärische Stil
(Kriegerwallfahrt nach "Allerheiligen")

 

 

Erwähnenswert ist noch, dass ein gewisser Herr Wagner, pensionierter Militärmusiker, als Gastdirigent in Konzenberg tätig war. Wagner, der als Vertreter reiste übernahm im Jahr 1934 einmal im Monat den Taktstock und "drillte" (so der Zeitzeuge Holzinger Georg sen.) die Bläser jeweils zwei Stunden lang.

Als Lohn für diese Mühe erspielten sich die Konzenberger Musikanten beim Volksmusiktag des Bezirkes 17 Neu-Ulm am 30. Juni 1935 in Burgau mit Dirigent Wagner, in der Unterstufe die Note "Sehr gut". Wagner´s fruchtbare Arbeit ging noch bis in das Jahr 1936.

 

 

1973 wurde die Kapelle neu eingekleidet. Diese Tracht wurde bis zur Vereinsgründung beibehalten.

Die Blaskapelle, die sich mittlerweile "Musikkapelle Konzenberg" nannte, trat im September 1983 dem Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM) bei.

Noch im selben Jahr übergab Dirigent Schuster das Dirigentenamt seinem Sohn Rudolf Schuster, der sich das nötige Rüstzeug in einem Dirigentenkurs des ASM erworben hatte.

Um eine solide Grundlage und einen demokratischen Rahmen zu erhalten, entschlossen sich die Mitglieder der Kapelle einen Verein zu gründen, was nach einiger Vorarbeit am 18. Mai 1984 in der Gründungsversammlung des "Musikverein Konzenberg e.V." über die Bühne ging.

 

Raimund Stocker übernahm am 14.03.1998 den Taktstock von Georg Schuster jun. und leitete den Musikverein Konzenberg bis 2009. In dieser Zeit nahmen die Musikerinnen und Musiker des Musikvereins erfolgreich an zahlreichen Wertungsspielen teil und veranstalteten jedes Jahr im März ihr Jahreskonzert in der Sporthalle des FC Konzenberg. Ein Höhepunkt in dieser Zeit war das Bezirksmusikfest im Mai 2002. Neben dem Wertungsspiel organisiserte der Verein einen Sternmarsch und einen Massenchor mit mehreren hunderten Musikern. Das Highlight im Festzelt war, neben dem Fahneneinzug, die tschechische  Profikapelle "Gloria".

 

 

 

Ein weiterer Meilenstein, der sich zu einer wichtigen Säule im Vereins-/ aber auch Dorfleben entwickelt hat, ist das mitlererweile schon traditionelle Stadelfest. Seit September 2003 veranstaltet der MV Konzenberg dieses im "Scheiderstadel" in der Schmiedstraße. Nachdem Raimund Stocker sein Amt in Konzenberg (im Jahr 2009) niederlegte folgte Jürgen Schmidt. Leider musste dieser aus perönlichen Gründen bereits ein Jahr später den Dirigentenstab an Helmut Fischer weitergeben. Auch diese "Ehe" war nicht von langer Dauer. Fischer übergab die Kapelle, aus gesundheitlichen Gründen, im September 2011 an einen jungen Dirigenten.

 

Christoph Georg Hins leitet seit dem 17.09.2011 den Musikverein Konzenberg.

 

 

Im August 2014 spielte der MV Konzenberg e.V. ein Doppelkonzert mit der Stadkapelle St. Mang im Kornhaus in Kempten. (Aufgrund schlechter Witterung konnte das Konzert nicht im Residenzhof stattfinden). Im April 2015 stellten sich die Musikerinnen und Musiker erstmals seit 2009 wieder einer Jury beim Wertungsspiel im Forum am Hofgarten in Günzburg anlässlich des 39. Bezirksmusikfestes des ASM Bezirk 12 in Burgau. In der Mittelstufe der traditionellen Wertung erzielte der Musiverein Konzenberg einen sehr guten Erfolg. Im Sommer durfte der MVK als Festkapelle auf dem Kirchplatz in Burgau agieren.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Musikverein Konzenberg e.V.